SALE, so befindet der Verein Deutsche Sprache e. V., sei das überflüssigste Wort des Jahres. Ich bin begeistert, dass dieser edle Verein das endlich auch gemerkt hat. Seit Jahren kämpfe ich gegen dieses Wort, ohne das kein Kaufhaus, kein Geschäft mehr auszukommen scheint, an.
Eine Geschichte, die ich zu diesem Thema vor Jahren bereits geschrieben habe, erheitert bei meinen Lesungen jedesmal das Auditorium.
Die deutsche Sprache benötigt solche Wörter nicht. Wir benötigen überhaupt keine Anglizismen. Wenn wir unsere Kultur bewahren wollen, müssen wir mit der Sprache beginnen.
P. S.: Ein weiteres Wort, das zur Diskussion stand, war Comedian. Diese auf allen TV-Kanälen auftretenen "Künstler der besonders unterirdischen Art" gehen mir schon lange auf die Nerven nebst der Bezeichnung für sie.
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Eine sauerländische Mutter schreibt an ihren Sohn
Man sagt den Menschen in gewissen Landstrichen Deutschlands nach, besonders intelligent zu sein. Ich zähle das Sauerland dazu, in dem ich lebe. Dort schrieb eine Mutter an ihren Sohn (Die Idee ist nicht auf meinem Mist gewachsen [Urheber unbekannt], sondern nur bearbeitet worden):
Mein lieber Sohn!
Ich schreibe Dir heute diesen Brief, damit Du weißt, dass ich und Dein Vater noch leben. Ich schreibe auch ganz langsam, weil ich ja weiß, dass Du nicht so schnell lesen kannst, und Du sollst ja erfahren, dass wir noch am Leben sind und was es Neues gibt.
Wenn Du wieder mal nach Hause kommst, wirst Du unsere Wohnung nicht mehr wiedererkennen,weil wir sind nämlich umgezogen. In der neuen Wohnung war schon eine Waschmaschine, was ich sehr praktisch fand. Ich probierte sie auch sofort aus und tat 14 Hemden hinein. Dann zog ich an der Kette. Die Maschine wäscht scheinbar sehr gründlich, denn die Hemden habe ich bis heute nicht wiedergesehen.
Vater hat jetzt neue Arbeit. Er hat 500 Leute unter sich, das hatte er noch nie. Er mäht jetzt den Rasen auf dem Friedhof.
Letzte Woche ist Onkel Otto – Du erinnerst Dich an ihn? - in einem Whiskyfass ertrunken. Einige Männer wollten ihn retten, aber er leistete heftigen Widerstand. Wir haben ihn verbrennen lassen. Es hat 3 Tage gedauert, bis die freiwillige Feuerwehr ihn gelöscht hatte.
Deine Schwester hat gestern ein Baby bekommen. Da wir nicht wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist,kann Dir ich auch noch nicht sagen,ob Du Onkel oder Tante geworden bist.
Es hat letzte Woche bei uns nur zweimal geregnet, erst 3 Tage, dann 4 Tage. Es hat so gedonnert, dass unser Huhn viermal dasselbe Ei gelegt hat.
Am Dienstag sind wir alle gegen Erdbeben geimpft worden, weil die Regierung meint, davon würde man toter als von der Schweinegrippe.
Viele Grüße, schreib mal, wenn Du mit dem Lesen fertig geworden bist,
Deine Mutter
P.S.: Ich wollte Dir noch Geld mitschicken, aber ich hatte den Brief schon zugeklebt.
Mein lieber Sohn!
Ich schreibe Dir heute diesen Brief, damit Du weißt, dass ich und Dein Vater noch leben. Ich schreibe auch ganz langsam, weil ich ja weiß, dass Du nicht so schnell lesen kannst, und Du sollst ja erfahren, dass wir noch am Leben sind und was es Neues gibt.
Wenn Du wieder mal nach Hause kommst, wirst Du unsere Wohnung nicht mehr wiedererkennen,weil wir sind nämlich umgezogen. In der neuen Wohnung war schon eine Waschmaschine, was ich sehr praktisch fand. Ich probierte sie auch sofort aus und tat 14 Hemden hinein. Dann zog ich an der Kette. Die Maschine wäscht scheinbar sehr gründlich, denn die Hemden habe ich bis heute nicht wiedergesehen.
Vater hat jetzt neue Arbeit. Er hat 500 Leute unter sich, das hatte er noch nie. Er mäht jetzt den Rasen auf dem Friedhof.
Letzte Woche ist Onkel Otto – Du erinnerst Dich an ihn? - in einem Whiskyfass ertrunken. Einige Männer wollten ihn retten, aber er leistete heftigen Widerstand. Wir haben ihn verbrennen lassen. Es hat 3 Tage gedauert, bis die freiwillige Feuerwehr ihn gelöscht hatte.
Deine Schwester hat gestern ein Baby bekommen. Da wir nicht wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist,kann Dir ich auch noch nicht sagen,ob Du Onkel oder Tante geworden bist.
Es hat letzte Woche bei uns nur zweimal geregnet, erst 3 Tage, dann 4 Tage. Es hat so gedonnert, dass unser Huhn viermal dasselbe Ei gelegt hat.
Am Dienstag sind wir alle gegen Erdbeben geimpft worden, weil die Regierung meint, davon würde man toter als von der Schweinegrippe.
Viele Grüße, schreib mal, wenn Du mit dem Lesen fertig geworden bist,
Deine Mutter
P.S.: Ich wollte Dir noch Geld mitschicken, aber ich hatte den Brief schon zugeklebt.
Dienstag, 8. Dezember 2009
Obama und der Friede
Als bekannt wurde, dass dem amerikanischen Präsidenten der Friedensnobelpreis verliehen werden sollte, gab es viele kritischen Stimmen, so auch meine. Ein Präsident, der Krieg führt, hat einen solchen Preis wohl kaum verdient.
Obama ist ein charismatischer Präsident, keine Frage. Für die USA war er nach meinem Verständnis die bessere Wahl. Aber er ist Amerikaner, und Amerikaner ticken anders! Das wissen wir doch schon lange. Nun kündigte er an, das Truppenkontingent in Afghanistan beträchtlich zu erhöhen und zwingt seine Verbündeten, es ihm gleichzutun. Ich stelle mir unter Frieden etwas anderes vor, nämlich Frieden und keine Kriegsverschärfung. Afghanistan ist nicht zu befrieden, jedenfalls nicht von außen. Das müssen die Stämme dort unter sich regeln, wie auch immer.
Es hätten sicherlich einige Menschen einen solchen Preis eher verdient gehabt als Obama. Ich denke da besonders an Ismail Khatib, einen Palästinenser, der in der ZDF-Sendung Menschen 2009 seine Würdigung fand. Er stiftete das Herz seines von israelischen Soldaten erschossenen zwölfjährigen Sohnes Ahmed dem israelischen Mädchen Sameh, damit es weiterleben kann. In meinen Augen ist dies eine große Friedensgeste, gerade in diesem Problemgebiet. Ich habe Freunde in beiden Lagern, weil ich oft geschäftlich dort war und die Verhältnisse kenne. Es gibt auf beiden Seiten viele Menschen, die friedlich miteinander leben wollen, die keinen Terror gegeneinander betreiben wollen. Khatib ist einer davon. Ich ziehe meinen Hut vor ihm und verleihe ihm meinen Friedenspreis.
Obama ist ein charismatischer Präsident, keine Frage. Für die USA war er nach meinem Verständnis die bessere Wahl. Aber er ist Amerikaner, und Amerikaner ticken anders! Das wissen wir doch schon lange. Nun kündigte er an, das Truppenkontingent in Afghanistan beträchtlich zu erhöhen und zwingt seine Verbündeten, es ihm gleichzutun. Ich stelle mir unter Frieden etwas anderes vor, nämlich Frieden und keine Kriegsverschärfung. Afghanistan ist nicht zu befrieden, jedenfalls nicht von außen. Das müssen die Stämme dort unter sich regeln, wie auch immer.
Es hätten sicherlich einige Menschen einen solchen Preis eher verdient gehabt als Obama. Ich denke da besonders an Ismail Khatib, einen Palästinenser, der in der ZDF-Sendung Menschen 2009 seine Würdigung fand. Er stiftete das Herz seines von israelischen Soldaten erschossenen zwölfjährigen Sohnes Ahmed dem israelischen Mädchen Sameh, damit es weiterleben kann. In meinen Augen ist dies eine große Friedensgeste, gerade in diesem Problemgebiet. Ich habe Freunde in beiden Lagern, weil ich oft geschäftlich dort war und die Verhältnisse kenne. Es gibt auf beiden Seiten viele Menschen, die friedlich miteinander leben wollen, die keinen Terror gegeneinander betreiben wollen. Khatib ist einer davon. Ich ziehe meinen Hut vor ihm und verleihe ihm meinen Friedenspreis.
Dienstag, 27. Oktober 2009
Ein Wort über Herta Müller (Literaturnobelpreisträgerin)
Ich muss (zu meiner Schande?) gestehen, von Herta Müller vor der Preisverleihung noch nicht bewusst gehört zu haben. Als darüber in den Medien berichtet wurde, besorgte ich mir schnell ein Buch von ihr – der neueste Roman war nicht greifbar –, um einen Eindruck über ihre Schreibe zu gewinnen. „Heute wär ich mir lieber nicht begegnet“ heißt der Roman aus dem Jahre 1997.
„Ich bin bestellt“ beginnt er, und damit ist ein Verhör beim rumänischen Geheimnis – sie schreibt wohl weitgehend über die Zustände in ihrem Geburtsland Rumänien –, gemeint, wohin sie sich mit der Straßenbahn begibt. Auf der Fahrt lässt die Ich-Erzählerin Ereignisse aus ihrem Leben Revue passieren, so über ihre Freundin Lilli, die bei einem Fluchtversuch ums Leben kommt, über ihre Familie, ihre Männer, ihre Arbeit und vieles mehr.
Ein Kernsatz des Romans ist ein Ausspruch ihres Großvaters, der da lautet: „Einmal die Beine strecken, dann geht die Welt auf. Noch einmal, dann geht sie zu. Von da bis dort ein Furz in der Laterne, das nennt sich dann gelebt. Es lohnt sich nicht, dafür die Schuhe anzuziehen.“ Ich gebe zu, noch immer darüber nachzugrübeln, was sie uns damit sagen will.
Die Leser gewinnen einen kleinen Einblick in das Rumänien zu Zeiten Ceaucescus. Ob das wirklich interessant ist, mag jedermann für sich selbst entscheiden. Sie schreibt sehr bildhaft, in nicht immer verständlichen komplizierten Satzkonstruktionen, teilweise moderner Lyrik nicht unähnlich. Manche Sätze habe ich mehr als einmal lesen müssen. Obwohl ich ein Verfechter der gehobenen Sprache bin, hat mir vieles nicht gefallen, weil es sich nicht flüssig genug liest. Besonders missfällt mir, dass sie bei wörtlicher Rede keine Anführungszeichen setzt. Abgesehen davon, dass ich ein solches Experiment als wenig vorbildlich betrachte, wird das Lesen dadurch erschwert. Ich habe mich im wahrsten Sinne durch das Buch gequält, was mir schon lange nicht mehr passiert ist.
Hätte ich in der Jury gesessen, so glaube ich nicht, ihr mein Votum gegeben zu haben, zumal zu noch relativ jung und ihr Gesamtwerk bisher ziemlich überschaubar ist, wenn auch ihre Sprache hohen Ansprüchen genügt. Aber da fallen mir eine Reihe anderer Autoren ein, selbst deutschsprachige, die mir wesentlich besser gefallen. Doch sollte über Geschmack nicht gestritten werden, obwohl gerade das in der Literaturszene eine gerne ausgeübte Betätigung ist.
„Ich bin bestellt“ beginnt er, und damit ist ein Verhör beim rumänischen Geheimnis – sie schreibt wohl weitgehend über die Zustände in ihrem Geburtsland Rumänien –, gemeint, wohin sie sich mit der Straßenbahn begibt. Auf der Fahrt lässt die Ich-Erzählerin Ereignisse aus ihrem Leben Revue passieren, so über ihre Freundin Lilli, die bei einem Fluchtversuch ums Leben kommt, über ihre Familie, ihre Männer, ihre Arbeit und vieles mehr.
Ein Kernsatz des Romans ist ein Ausspruch ihres Großvaters, der da lautet: „Einmal die Beine strecken, dann geht die Welt auf. Noch einmal, dann geht sie zu. Von da bis dort ein Furz in der Laterne, das nennt sich dann gelebt. Es lohnt sich nicht, dafür die Schuhe anzuziehen.“ Ich gebe zu, noch immer darüber nachzugrübeln, was sie uns damit sagen will.
Die Leser gewinnen einen kleinen Einblick in das Rumänien zu Zeiten Ceaucescus. Ob das wirklich interessant ist, mag jedermann für sich selbst entscheiden. Sie schreibt sehr bildhaft, in nicht immer verständlichen komplizierten Satzkonstruktionen, teilweise moderner Lyrik nicht unähnlich. Manche Sätze habe ich mehr als einmal lesen müssen. Obwohl ich ein Verfechter der gehobenen Sprache bin, hat mir vieles nicht gefallen, weil es sich nicht flüssig genug liest. Besonders missfällt mir, dass sie bei wörtlicher Rede keine Anführungszeichen setzt. Abgesehen davon, dass ich ein solches Experiment als wenig vorbildlich betrachte, wird das Lesen dadurch erschwert. Ich habe mich im wahrsten Sinne durch das Buch gequält, was mir schon lange nicht mehr passiert ist.
Hätte ich in der Jury gesessen, so glaube ich nicht, ihr mein Votum gegeben zu haben, zumal zu noch relativ jung und ihr Gesamtwerk bisher ziemlich überschaubar ist, wenn auch ihre Sprache hohen Ansprüchen genügt. Aber da fallen mir eine Reihe anderer Autoren ein, selbst deutschsprachige, die mir wesentlich besser gefallen. Doch sollte über Geschmack nicht gestritten werden, obwohl gerade das in der Literaturszene eine gerne ausgeübte Betätigung ist.
Samstag, 10. Oktober 2009
Friedensnobelpreis für Obama: Vorauseilende Lorbeeren oder Last?
Widersprüchlich sind die Reaktionen auf die Erteilung des Friedensnobelpreises für den amerikanischen Präsidenten Obama. Doch stellt sich mit Recht die Frage: Ist diese Auszeichnung berechtigt, hat er sie (bereits) verdient?
Obama ist sicherlich der beste Präsident, den die Staaten, auch die Welt, zurzeit haben könnte. Allerdings hat er bisher noch nicht viel geleistet und stößt in seinem Land bereits an seine Grenzen. Visionen in der Politik sind gut und nötig, aber Politik ist etwas völlig anderes und besteht immer aus Kompromissen, die sich oft weit von den Visionen entfernen. Ihm nach seiner kurzen Präsidialzeit bereits einen der wichtigsten Preise zu verleihen, den ein Mensch erhalten kann, halte ich für verfrüht. Es bleibt zu bedenken, dass sein Land nach wie vor in zwei Ländern Angriffskriege führt, wovon zumindest der Irakkrieg allein wirtschaftlichen Interessen dient. Obama muss noch unter Beweis stellen, dass er fähig ist, seine Visionen, seine Versprechungen auch in die Tat umzusetzen. Eines allerdings kann ihm nicht abgesprochen werden: Es ist ihm zumindest gelungen, in die weltweiten Verhandlungen einen konzilianteren Umgangston hineinzutragen, was oft bei seinen Vorgängern vermisst wurde.
Nobel hat in seinem Testament, so ist zu lesen verfügt: „Ich, Alfred Bernhard Nobel, erkläre hiermit nach reifer Überlegung meinen Willen (...) Mit meinem verbleibenden realisierbaren Vermögen (...), dessen Zinsen jährlich als Preis an diejenigen ausgeteilt werden sollen, die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben.(...)
Nun gut, hieraus könnte abgeleitet werden, dass der Preis auch vorauseilend verliehen werden kann. Für Obama wird er nach meinem Dafürhalten eher eine Last werden. Ich glaube kaum, dass er darüber glücklich ist.
Ich kann diese Entscheidung bei aller Sympathie für ihn nicht nachvollziehen. Es hätte sicherlich auch Alternativen gegeben, auch Alternativen, die das Geld gut hätten gebrauchen können. Damit meine ich aber nicht Altkanzler Kohl, der angeblich auch auf der Kandidatenliste gestanden haben soll.
Obama ist sicherlich der beste Präsident, den die Staaten, auch die Welt, zurzeit haben könnte. Allerdings hat er bisher noch nicht viel geleistet und stößt in seinem Land bereits an seine Grenzen. Visionen in der Politik sind gut und nötig, aber Politik ist etwas völlig anderes und besteht immer aus Kompromissen, die sich oft weit von den Visionen entfernen. Ihm nach seiner kurzen Präsidialzeit bereits einen der wichtigsten Preise zu verleihen, den ein Mensch erhalten kann, halte ich für verfrüht. Es bleibt zu bedenken, dass sein Land nach wie vor in zwei Ländern Angriffskriege führt, wovon zumindest der Irakkrieg allein wirtschaftlichen Interessen dient. Obama muss noch unter Beweis stellen, dass er fähig ist, seine Visionen, seine Versprechungen auch in die Tat umzusetzen. Eines allerdings kann ihm nicht abgesprochen werden: Es ist ihm zumindest gelungen, in die weltweiten Verhandlungen einen konzilianteren Umgangston hineinzutragen, was oft bei seinen Vorgängern vermisst wurde.
Nobel hat in seinem Testament, so ist zu lesen verfügt: „Ich, Alfred Bernhard Nobel, erkläre hiermit nach reifer Überlegung meinen Willen (...) Mit meinem verbleibenden realisierbaren Vermögen (...), dessen Zinsen jährlich als Preis an diejenigen ausgeteilt werden sollen, die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben.(...)
Nun gut, hieraus könnte abgeleitet werden, dass der Preis auch vorauseilend verliehen werden kann. Für Obama wird er nach meinem Dafürhalten eher eine Last werden. Ich glaube kaum, dass er darüber glücklich ist.
Ich kann diese Entscheidung bei aller Sympathie für ihn nicht nachvollziehen. Es hätte sicherlich auch Alternativen gegeben, auch Alternativen, die das Geld gut hätten gebrauchen können. Damit meine ich aber nicht Altkanzler Kohl, der angeblich auch auf der Kandidatenliste gestanden haben soll.
Mittwoch, 9. September 2009
Der gekaufte Staat“: Lobbyismus regiert!
Ich habe immer wieder gesagt und geschrieben, dass es ein Irrtum ist zu glauben, wir leben in einer Demokratie. Mitnichten! Ich habe unsere Staatsform „Lobbykratie“ getauft, weil mir immer klar war, dass nicht die „Volksvertreter“, die in den meisten Fällen eh keine sind, sondern die Lobbyisten die Gesetze in ihrem Sinn, d. h. im Sinne ihrer Auftraggeber, der Industrie und deren Aktionäre und der Interessenverbände beeinflussen, zum Teil als "Leihbeamte" gar mitformulieren und damit die Macht im Lande haben.
Die Fernsehjournalisten Sascha Adamek und Kim Otte, bekannt z. B. durch das TV Magazin „Monitor“, sind dem politischen Lobbyismus nachgegangen und haben in Berlin, in Brüssel und auch anderswo recherchiert. Ihre Erkenntnisse beschreiben sie in dem Buch „Der gekaufte Staat“, als Taschenbuch erschienen bei Kiepenheuer &Witsch. Das Buch beinhaltet folgende Kapitel:
Warum dürfen Konzernvertreter in Ministerien arbeiten?
Warum nimmt der Fluglärm zu?
Warum hört die Politik auf Lobbyisten?
Warum werden Strom und Gas immer teurer?
Warum dürfen Heuschrecken Deutschland abgrasen?
Warum wird Gesundheit immer teurer?
Warum dürfen Konzerne Rathäuser betreiben?
Warum wurde die LKW-Maut zum Desaster?
Warum wissen wir nicht, wie viel Gift in unserer Kleidung ist?
Warum dürfen Konzernlobbyisten in der EU-Kommission arbeiten?
Warum sagt uns keiner die Wahrheit?
Inside-Lobbyismus und kein Ende
Die Erkenntnisse, die das Buch offenbart, sind ungeheuerlich, ungeheuerlicher, als ich je vermutet hätte. Es zeigt viele Gründe auf, warum in Deutschland Politikverdrossenheit herrscht. Das Buch sollte zur Plichtlektüre für jeden Wähler gemacht werden!
Es wird allerhöchste Zeit für eine Revolution, eine friedliche natürlich.
Die Fernsehjournalisten Sascha Adamek und Kim Otte, bekannt z. B. durch das TV Magazin „Monitor“, sind dem politischen Lobbyismus nachgegangen und haben in Berlin, in Brüssel und auch anderswo recherchiert. Ihre Erkenntnisse beschreiben sie in dem Buch „Der gekaufte Staat“, als Taschenbuch erschienen bei Kiepenheuer &Witsch. Das Buch beinhaltet folgende Kapitel:
Warum dürfen Konzernvertreter in Ministerien arbeiten?
Warum nimmt der Fluglärm zu?
Warum hört die Politik auf Lobbyisten?
Warum werden Strom und Gas immer teurer?
Warum dürfen Heuschrecken Deutschland abgrasen?
Warum wird Gesundheit immer teurer?
Warum dürfen Konzerne Rathäuser betreiben?
Warum wurde die LKW-Maut zum Desaster?
Warum wissen wir nicht, wie viel Gift in unserer Kleidung ist?
Warum dürfen Konzernlobbyisten in der EU-Kommission arbeiten?
Warum sagt uns keiner die Wahrheit?
Inside-Lobbyismus und kein Ende
Die Erkenntnisse, die das Buch offenbart, sind ungeheuerlich, ungeheuerlicher, als ich je vermutet hätte. Es zeigt viele Gründe auf, warum in Deutschland Politikverdrossenheit herrscht. Das Buch sollte zur Plichtlektüre für jeden Wähler gemacht werden!
Es wird allerhöchste Zeit für eine Revolution, eine friedliche natürlich.
Mittwoch, 2. September 2009
Gedanken über das Buch "Ich, Nojoud, zehn Jahre, geschieden"
Die Geschichte Nojouds, einem zehnjährigen Mädchen aus dem Jemen, ging 2008 um die Welt. Auch ich habe sie damals zur Kenntnis genommen und war betroffen. Dass aber in arabischen oder auch streng islamischen Ländern für uns unverständliche Dinge vor sich gehen, ist nicht neu. Durch Zufall geriet mir das Buch in Hände. Nojoud erzählt in der Ich-Form von ihrem Schicksal, das ihr 2008 den von der amerikanischen Zeitschrift GLAMOUR zusammen mit Nicole Kidman, Condoleeza Rice und Hillary Clinton verliehenen Award "Woman of the Year" eintrug.
Wie wohl mich die Tatsache, dsss zehnjährige Mädchen nach wie vor zwangsverheiratet und zum Sex gezwungen werden, erschüttert, so habe ich mit dem Buch so meine Probleme. Da erzählt ein Mädchen, das gerade mal seinen Namen schreiben kann, von Dingen, die es zum Teil gar nicht wissen und einschätzen kann. Das macht die Geschichte in manchen Passagen wenig glaubwürdig, ja es werden Klischees bedient. Der Glaube, dass in der Gesellschaftsform, wie sie im Jemen herrscht, ein zehnjähriges Mädchen alleine vor Gericht zieht, um eine Scheidung durchzusetzen, will sich bei mir nicht einstellen.
Ich glaube eher, dass FrauenrechtlerInnen in diesem Land von dem Fall gehört haben und das Mädchen für ihre berechtigten Interessen einsetzten. Eine solche Vorgehensweise ist in meinen Augen durchaus legitim. Man sollte jedoch bei der Wahrheit bleiben. Nojoud hat Glück gehabt, hat Unterstützung gefunden. Auch in solchen Ländern wird sich die Gesellschaft eines Tages ändern. Vielleicht hat das Mädchen einen Beitrag dazu geleistet. Ich hoffe und wünsche es jedenfalls, auch den Kämpfern und Kämpferinnen für einen Wandel, der schon lange mehr als überfällig ist.
Wie wohl mich die Tatsache, dsss zehnjährige Mädchen nach wie vor zwangsverheiratet und zum Sex gezwungen werden, erschüttert, so habe ich mit dem Buch so meine Probleme. Da erzählt ein Mädchen, das gerade mal seinen Namen schreiben kann, von Dingen, die es zum Teil gar nicht wissen und einschätzen kann. Das macht die Geschichte in manchen Passagen wenig glaubwürdig, ja es werden Klischees bedient. Der Glaube, dass in der Gesellschaftsform, wie sie im Jemen herrscht, ein zehnjähriges Mädchen alleine vor Gericht zieht, um eine Scheidung durchzusetzen, will sich bei mir nicht einstellen.
Ich glaube eher, dass FrauenrechtlerInnen in diesem Land von dem Fall gehört haben und das Mädchen für ihre berechtigten Interessen einsetzten. Eine solche Vorgehensweise ist in meinen Augen durchaus legitim. Man sollte jedoch bei der Wahrheit bleiben. Nojoud hat Glück gehabt, hat Unterstützung gefunden. Auch in solchen Ländern wird sich die Gesellschaft eines Tages ändern. Vielleicht hat das Mädchen einen Beitrag dazu geleistet. Ich hoffe und wünsche es jedenfalls, auch den Kämpfern und Kämpferinnen für einen Wandel, der schon lange mehr als überfällig ist.
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